
Das festliche Concerto in G-Dur BWV 592 eröffnet das Programm mit tänzerischer Leichtigkeit und barocker Brillanz. Es folgt die innige und berühmte Choralmelodie „Jesu bleibet meine Freude“ in einer Orgelbearbeitung. Den Abschluss bildet die Toccata und Fuge in F-Dur BWV 540, ein Werk der Superlative und eines der freudigsten Orgelwerke Bachs, das mit virtuoser Spielfreude und majestätischer Klangfülle beeindruckt.
Ein Konzert, das die prachtvollen Seiten der Bach’schen Orgelkunst erlebbar macht.

Der Choral „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ steht im Zentrum dieses Orgelkonzertes mit Maryna Schmiedlin. Seit Jahrhunderten dient er Komponisten als Ausgangspunkt für musikalische Reflexion über Klage, Ernst und innere Sammlung. Das Programm zeigt, wie unterschiedlich dieser Gedanke in verschiedenen Zeiten Gestalt angenommen hat.
Es folgen Choralbearbeitungen von Franz Liszt und Max Reger, die den Luther-Choral in höchst unterschiedlicher, aber jeweils zutiefst expressiverweise deuten – zwischen innerer Einkehr, klanglicher Wucht und spiritueller Dringlichkeit.
Das „Prélude funèbre“ von Joseph-Guy Ropartz fügt dem Programm einen stillen, nachdenklichen Akzent hinzu. Den Abschluss bildet Bachs grosse Choralbearbeitung BWV 686, in der sich menschliche Not und geistige Ordnung zu einer eindringlichen musikalischen Vision verbinden.

Mit zwei herausragenden Werken der französischen Orgelromantik spannt dieses Programm einen eindrucksvollen Bogen zwischen innerer Sammlung und triumphaler Klangentfaltung.
Der Choral in h-Moll von César Franck gehört zu den letzten Kompositionen des Meisters und gilt als musikalisches Vermächtnis. In tiefer Ernsthaftigkeit und grosser Ausdruckskraft entfaltet sich ein Werk von meditativer Dichte, das durch seine reiche Harmonik und die charakteristische chromatische Tonsprache Francks geprägt ist. Der Choral wirkt wie ein stilles Gebet – nach innen gekehrt, nachdenklich und von spiritueller Tiefe.
Demgegenüber steht das strahlende Finale aus gothischen Sinfonie für Orgel von Charles-Marie Widor. Mit virtuoser Brillanz, rhythmischer Energie und majestätischem Gestus bildet es einen glanzvollen Höhepunkt der sinfonischen Orgelliteratur. Widor nutzt die Orgel hier in all ihrer orchestralen Vielfalt und führt das Werk nach einer gewaltigen Steigerung zu einem ruhig erhabenen Abschluss.
Gemeinsam zeigen diese beiden Kompositionen die kontrastreichen Ausdrucksmöglichkeiten der Orgel: von kontemplativer Innerlichkeit bis hin zu überwältigende klangliche Pracht.

In diesem Konzert begegnen sich Orgel und Schlagzeug in einem ungewöhnlichen Dialog. Maryna Schmiedlin und Maria Louisa Pizzighella erkunden Klang, Rhythmus und Bewegung zwischen französischer Klangtradition und moderner Neudeutung.
Mit dem Satz „Joies“ aus den Trois Danses von Jehan Alain eröffnet das Programm in tänzerischer Leichtigkeit und farbenreicher Rhythmik. Gabriel Faurés „Sicilienne“ bringt einen ruhigen, fließenden Kontrast, während Marco Enrico Bossis „Scherzo“ spielerische Virtuosität und klare Konturen entfaltet.
Im Zentrum des Abends steht Maurice Ravels „Bolero“ – neu gedacht für Orgel, Schlagzeug und Elektronik. Die bekannte Form mit ihrer stetigen Steigerung wird hier in einen neuen klanglichen Raum übertragen, in dem sich pulsierender Rhythmus und orchestrale Farben auf unerwartete Weise verbinden.

Die Orgelkonzerte von Georg Friedrich Händel nehmen eine besondere Stellung in der Musikgeschichte ein. Entstanden überwiegend in den 1730er-Jahren in London, waren sie als musikalische Zwischenspiele für Händels Oratorien gedacht und wurden vom Komponisten selbst als Solist aufgeführt. Damit begründete Händel eine neue Gattung: das Orgelkonzert als konzertantes Solowerk im öffentlichen Konzertleben.
Charakteristisch für diese Konzerte ist die Verbindung von barocker Virtuosität, kantabler Melodik und tänzerischer Leichtigkeit. Händel nutzt die Orgel nicht primär als monumentales Kircheninstrument, sondern als bewegliches, dialogfähiges Soloinstrument, das in lebendigem Austausch mit dem Orchester steht. Improvisatorische Passagen, kontrastreiche Satzfolgen und eingängige Themen verleihen den Werken ihren unverwechselbaren Charme.
Zugleich spiegeln die Orgelkonzerte Händels dramatische Erfahrung als Opern- und Oratorienkomponist wider: viele Sätze besitzen eine theatralische Geste, andere erinnern an Arien oder festliche Ouvertüren. So verbinden die Konzerte geistige Tiefe mit weltlicher Eleganz und machen Händels Orgelkonzerte bis heute zu beliebten und wirkungsvollen Programmpunkten.

Das grosse Sommerkonzert steht ganz im Zeichen der Opernouvertüre. Maryna und Cyrill Schmiedlin präsentieren ein Programm mit schwungvollen und farbenreichen Ouvertüren von Gioachino Rossini und Wolfgang Amadeus Mozart, eingerichtet für Orgel und Klavier.
Im Zusammenspiel der beiden Instrumente entfaltet sich ein orchestraler Klangraum: das Klavier bringt rhythmische Präzision und Leichtigkeit, die Orgel sorgt für Weite, Farbe und festlichen Glanz. Rossinis berühmte Steigerungen, seine Spielfreude und sein Sinn für theatrale Wirkung treffen auf Mozarts klare Formen und elegante Dramaturgie.
Das langjährig zusammenspielende Duo verbindet Virtuosität mit musikalischer Frische und macht den Geist der Opernbühne in kammermusikalischer Besetzung erlebbar. Eine Operngala ohne Sänger, lebendig, beschwingt und ideal für einen sommerlichen Konzertabend.

Fotos von Martin Huber